Rennen gegen den Regen

Nasser Frühjahrs-Halbmarathon in Deggendorf 2006

Bericht von Helmut Zitzmann

Einige Jahre ist es her, dass der Laufverein Deggendorf seinen Halbmarathon im Frühjahr ausrichtete. Damals noch am Damm der Donau entlang. Jetzt ist der Klassiker wiederbelebt worden, ab 2006 an anderer Stelle. Die Strecke liegt nun im Ortsteil Natternberg, Start und Ziel beim “Elypso”-Bad. Dort wird auch im Herbst der “Elypso-Marathon” ausgetragen, allerdings auf einer anderen, größeren Runde. Obwohl der Laufverein mit dem Veranstalter des Elypso-Marathon, einem privaten Bad-Betreiber, „nichts am Hut“ hat, hat sich der Verein zum Vorteil der Läufer für den Ortswechsel entschieden.

Die Strecke ist flach, eine Runde etwas mehr als fünf Kilometer lang und somit viermal zu durchlaufen, um auf 21,097 Kilometer zu kommen. Angeboten war auch noch ein Viertelmarathon über zwei Runden. Der psychologisch – heute sagt man mental – begründete Nachteil für langsamere Läufer liegt in der Tatsache, dass mit Überrundungen gerechnet werden muss. Für die schnelleren ist das eher ein Vorteil, weil man auf der Strecke doch über längere Zeiten recht einsam unterwegs ist. Vor allem die zweite Hälfte war für viele ein Landschaftslauf. Zuschauer gab es kaum, was angesichts des starken Dauerregens nicht verwunderte.

Wenigstens war der lange strenge Winter kurz vorher gewichen und es konnte in angenehmer leichter Kleidung gelaufen werden. Durch den Regen und teilweise knöcheltiefe Pfützen fühlte man sich in den Laufschuhen aber wie in vollgelaufenen Gummistiefeln. Insgesamt betrachtet waren die Bedingungen dennoch bestzeitenfähig, was in den Ergebnislisten dann auch zum Ausdruck kam.

In den günstigen Gebühren von 10 Euro für den Halbmarathon war die kostenlose Nutzung des Bades enthalten, was nach diesem “Wasserlauf” eine wahre Wohltat war: Den Teufel mit Beelzebub austreiben, Wasser mit Wasser bekämpfen.

Die Anmeldebedindungen waren etwas altertümlich. Online ging es nicht (die Homepage des Vereins ist auch schon länger mit etlichen Baustellen gespickt), es wäre eine Brief- oder Fax- Anmeldung samt separater Überweisung der Startgebühren durchzuführen gewesen. Allerdings lag die Nachmeldegebühr nur bei 1 Euro, so dass dieser Lauf sehr gut geeignet war für Kurzentschlossene. Das Risiko trägt in solchen Fällen der Veranstalter, der mit einer doch recht unsicheren und wetterabhängigen Teilnehmerzahl kalkulieren muss. Bei Sonnenschein wären die Helfer wohl arg ins Schwitzen gekommen.

Die Beschilderung erfolgte nur in der ersten Runde für jeden Kilometer, und das offensichtlich nicht ganz genau. Ab Kilometer 5 war nur noch alle fünf Kilometer ausgeschildert. Andernfalls wäre der Schilderwald wohl recht unübersichtlich geworden. Etwas unangenehm aufgefallen war noch, dass während des Laufes zwei Autos auf den schmalen Straßen zu sehen waren, die zwar rücksichtsvoll fuhren, aber hier eigentlich nichts verloren hatten. Ein Zusammenhang des Fahrzeuges mit der Organisation war nicht erkennbar.

Insgesamt blieb von der Veranstaltung ein positiver Eindruck zurück. Eine Teilnahme kann in jedem Fall empfohlen werden. Für nächstes Jahr ist den Veranstaltern besseres Wetter zu wünschen.

Für die Interessierten hier noch die Ergebnisse der beiden Teilnehmer des Lauftreffs Hainsacker. Obwohl sich beide in ihren Altersklassen mit “Blech” zufrieden geben mussten, waren sie doch sehr zufrieden. Schließlich war das geplante Vorbereitungstraining ebenfalls ein Opfer des langen Winters geworden. Philipp Friedrich erreichte die Ziellinie nach 1:28:54 (4. MHK), Helmut Zitzmann nach 1:29:37 (4. M 45).